Gemeinsam mit Muslimen Ramadan feiern

Zeuthen. Es ist Freitag Abend. Im Gemeindehaus der evangelischen Kirche in Zeuthen duftet nach Gewürzen des Orients. Die sommerlichen Temperaturen und das warmgehaltene Essen sorgen für eine feuchtwarme Atmosphäre. Etwa hundert Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität haben sich in dem kleinen Saal und im Garten versammelt und warten auf den Sonnenuntergang. Hintergrund ist das Iftar, das gemeinsame Essen am Ende des islamischen Fastentages.

Beim Iftar, dem Essen nach einem islamischen Fastentag, wurden arabische Köstlichkeiten angeboten. (Foto: Jörg Levermann)
Beim Iftar, dem Essen nach einem islamischen Fastentag, wurden arabische Köstlichkeiten angeboten. (Foto: Jörg Levermann)

„Ich freue mich, dass wir aus ganz unterschiedlichen religiösen und nichtreligiösen Traditionen kommend, gemeinsam das Ende eines muslimischen Fastentages feiern“ begrüßte Pfarrerin Cornelia Mix die Gäste, darunter Gemeindevertreter, Abgeordnete aus Kreis- und Landtag sowie Zeuthens Bürgermeisterin Beate Burgschweiger und ihr Schulzendorfer Amtskollege Markus Mücke. In ihrer kurzen Ansprache appellierte sie an die Gäste, „Barmherzigkeit einzuüben, wie sie sowohl unserem Gott als auch Allah zugeschrieben“ werde.

Zum Iftar eingeladen hatten die Bürgerinitiative WIND, „Willkommen im nördlichen Dahmeland“ und die evangelische Kirchengemeinde Zeuthen. Finanziell unterstütz wurde das Fest vom Landkreis Dahme-Spreewald.

Betende Muslime im Garten des Gemeindehauses der evangelischen Kirche in Zeuthen. (Foto: Jörg Levermann)
Betende Muslime im Garten des Gemeindehauses der evangelischen Kirche in Zeuthen. (Foto: Jörg Levermann)

Bei der Feierlichkeit mit christlichem und islamischem Gebet stand vor allem der Dialog mit den Neuankömmlingen im Mittelpunkt. Viele der Flüchtlinge leben noch in Sammelunterkünften, sprechen noch wenig deutsch. Einige sind bereits als Flüchtling anerkannt oder genießen Asyl und leben deshalb nicht mehr in den Sammelunterkünften, sondern in Wohnungen in Zeuthen und Nachbargemeinden.

Wie stark die Menschen motiviert sind, möglichst schnell deutsch zu lernen, war daran zu erkennen, dass sie das Gespräch mit den Mitmenschen suchen. Die Köstlichkeiten der arabischen Küche erleichterten das. In den Gesprächen wurde deutlich, dass die Menschen aus Afghanistan, Syrien und anderen Krisengebieten möglichst schnell auf eigenen Füßen stehen wollen, um für sich und ihre Familien zu sorgen.