Zeuthen, Eichwalde und Schulzendorf wollen enger kooperieren

Schulzendorf. Zum zweiten Mal hatten die Gemeinden Schulzendorf, Eichwalde und Zeuthen zum gemeinsamen Neujahrsempfang eingeladen. So stand die Veranstaltung ganz im Zeichen interkommunaler Zusammenarbeit. Mehrere hundert Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Vereinsleben und Partnerkommunen aus Polen kamen am vergangenen Sonnabend in die Mehrzweckhalle nach Schulzendorf.

Beim Neujahrsempfang in Schulzendorf gab es gute Gelegenheiten zum intensiven Gedankenaustausch. (Foto: Jörg Levermann)
Beim Neujahrsempfang in Schulzendorf gab es gute Gelegenheiten zum intensiven Gedankenaustausch. (Foto: Jörg Levermann)

Nicht nur Flüchtlinge sorgten für künftige Herausforderungen beispielsweise im Bildungsbereich, denn immer mehr Menschen zögen nach Zeuthen, Eichwalde und Schulzendorf, erklärte Zeuthens Bürgermeisterin Beate Burgschweiger. Bereits im nächsten Jahr wolle die Gemeinde ein Bürgerhaus am Bahnhof eröffnen, auch als Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger. „Auch unser Tunnel ist eine große Herausforderung“, sagte Burgschweiger mit Blick auf den Umbau des Bahnhofs und die Straßenquerung der Bahngleise. Der deutliche Wille zur kommunalen Zusammenarbeit sei vorgezeichnet. So sei demnächst eine gemeinsame Sitzung der Gemeindevertretungen von Eichwalde, Zeuthen und Schulzendorf geplant.

Die Band „Orangerie der Vernunft“ von der musikbetonten Gesamtschule Paul Dessau aus Zeuthen bot den musikalischen Rahmen beim Neujahrsempfang in der Mehrzweckhalle in Schulzendorf. (Foto: Jörg Levermann)
Die Band „Orangerie der Vernunft“ von der musikbetonten Gesamtschule Paul Dessau aus Zeuthen bot den musikalischen Rahmen beim Neujahrsempfang in der Mehrzweckhalle in Schulzendorf. (Foto: Jörg Levermann)

Beschlüsse kann dieses Treffen der Gemeindevertretungen der Nachbargemeinden keine fassen. Denn ein solches Gremium sieht weder die Kommunalverfassung des Landes Brandenburg, noch das „Gesetz über die kommunale Gemeinschaftsarbeit“ vor. Demnach müssten alle drei Gemeinden beispielsweise einen öffentlich-rechtlichen Vertrag für eine Arbeitsgemeinschaft schließen.

Das Thema Flüchtlinge werde die Gemeinden auch im Jahr 2016 weiter beschäftigten, betonte Eichwaldes Bürgermeister Bernd Speer in seiner kurzen Ansprache. „Der überwältigende Erfolg der Spendenaktion für Flüchtlinge stimmt mich positiv, gemeinsam mit Anderen zu Helfen, sagte Speer. Neben der Erweiterung von Kita, Schule und Hort stellten aber auch weitere Infrastrukturprojekte innerhalb des gleichen Zeitfensters große finanzielle Herausforderungen für Eichwalde dar. Dies seien vor allem der barrierefreie Umbau des S-Bahnhofs und die Querung der Bahngleise an der Friedenstraße. Hier planen Bund, Landkreis und Gemeinde eine Brücke oder einen Tunnel. „Das wird uns strapazieren, wenn nicht gar überstrapazieren“, sagte Speer. „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir das gemeinsam mit den Nachbargemeinden schaffen“, sagte Bürgermeister Speer.

Der Bau einer neuen Kindertagesstätte und den Hort zu erweitern, seien in nächster Zeit wichtige kommunale Aufgaben für Schulzendorf, sagte Bürgermeister Markus Mücke. Er stellte in Aussicht, dass auch Kinder aus Zeuthen und Eichwalde willkommen seien. Mücke lobte ausdrücklich die ehrenamtliche Arbeit der Initiative „Schulzendorf Hilft“, die sich bereits jetzt um Flüchtlinge kümmere.